Administration – Die dunkle Seite der Conorganisation

Administration – Die dunkle Seite der Conorganisation

 

Werden wir genug Anmeldungen für das Projekt bekommen? Wer hat da einfach etwas in die Budgetplanung eingetragen? Warum sollen wir Ihnen alle Effekte zwei Tage vorher vorführen? Die haben alle eine BAM Nummer und ein Produktvideo auf der Herstellerseite. Wir haben da noch ein paar Abweichungen zu Ihren AGB aufgenommen...

All das sind Dinge weit weg vom Glamour und den Groupies der LARP-Szene, dennoch müssen sie gemacht werden. Genau so wie Zeitpläne, to do Listen, Budgetdiskussionen, Agenden für Orga-Meetings und Skypesitzungen, Zahlungserinnerungen, Gespräche mit Behörden, Vermietern, Förstern und besorgten Bürgerinitiativen. Es ist die hässliche Seite der LARP-Organisation.

Es gibt zwei Typen Menschen die diese Arbeit freiwillig und über mehrere Jahre machen. Der erste Typ mag eigentlich gar kein LARP und nutzt den Unwillen seiner Orgakollegen, sich um diese Aufgaben zu kümmern, schamlos aus, um seinem geheimen Verwaltungsfetisch nachzugehen. Meist sind dies kreative Menschen und Künstler, die sofort ihre Stellung oder zumindest ihr Ansehen verlieren, würde bekannt, dass sie sich insgeheim nach der komplexen Tristes des Verwaltungsaktes sehnen. Der zweite Typ kann im Gegensatz zu Typ eins zu seinem Hang zur Verwaltung stehen, da dies beruflich eher förderlich, zumindest aber nicht schädlich ist. Dies bedeutet aber in der Regel, dass dieser Typ in seinem Berufsleben wenig Chancen hat, seine kreativen Schübe, die ihn nachts häufig wachhalten, auszuleben. Um durch die ständige Unterdrückung seiner Kreativität nicht zwangläufig in die Schizophrenie abzudriften, nutzt dieser Typ Mensch die Organisation von LARPs als ein kreatives Ventil. Damit seine Orgakollegen seine bisweilen sehr wilden kreativen Ergüsse nicht im Keim ersticken, was Trotzanfälle, heftiges auf den Bodenstampfen und schließlich die Ankündigung von Selbstmordversuchen zur Folge hätte, haben sich diese Menschen das beste Druckmittel gegen ihre Orgakollegen gewählt. Sie machen den ganzen Adminstrationskram also nur, damit der Rest der Orga von ihnen abhängig ist und sie ihre Ideen durchsetzen können. Häufig sind sie es, die über Jahre hinweg essentielles Wissen gehortet haben und somit unverzichtbar geworden sind. Nicht selten kennen nur sie die echten Zugangsdaten zum Vereinskonto, wohnen im Fundus oder haben diesen bei ihren Eltern gelagert und besitzen das Wissensmonopol zu einer ganzen Reihe langweiliger, aber unbedingt notwendiger Dinge, um ein LARP zu organisieren.

Mein Name ist übrigens Sebastian und ich organisiere seit über 20 Jahren Live-Rollenspiele. Seit Beginn habe ich die administrativen Tätigkeiten übernommen und habe keinerlei Scheu, dies als Druckmittel einzusetzen, um völlig unsinnige Szenen in den Plot zu drücken, die toll aussehen und die ich unbedingt schon mal umsetzen wollte. Es sei denn, Friedsch sagt, ich darf nicht. Vor Friedsch habe ich, wie jeder vernünftige Mensch, einfach zu viel Angst.

Bis gestern noch war alles in bester Ordnung, doch nun bist Du auf der Flucht oder bist Du der Jäger? Das Blut auf dem Boden, hast Du es vergossen? Zumindest ist es nicht Dein eigenes – noch nicht. Denn seit heute ist alles anders, heute bist Du in eine Rolle von TraumArtA geschlüpft und nichts ist mehr wie es gestern war...